Predigt zum Hochfest des hl. Joseph 2020

/ März 19, 2020/ Predigten

Liebe Gläubige,

im Sturm dieser Zeit ragt der hl. Joseph wie ein Fels aus der Brandung. Als Haupt der Heiligen Familie, als gesetzlicher Ehemann der jungfräulichen Gottesmutter Maria, als Pflegevater Jesu, als Patron der Kirche, als Schutz der Sterbenden und als Schrecken der Dämonen trotzt er allem Bösen. Sein Leben zeigt uns unerschütterliche Glaubenstreue, festes Gottvertrauen sowie liebende Großzügigkeit. Gerade jetzt brauchen wir sein Beispiel und seine Fürbitte.

Sein Glaube an die Gegenwart Gottes in unserem Leben war unerschütterlich. Schon die Kirchenväter erklären uns, dass er nie an der Reinheit der Gottesmutter gezweifelt hat, denn wie hätte er als gerechter Israelit jemanden beschützen wollen und können, der das Gesetz Gottes auf so eklatante Weise gebrochen hätte? Mit festem Glauben an die Führung Gottes und die Reinheit Mariens war sein erster Gedanke gewesen, den Ruf seiner ihm angetrauten Frau zu schützen. Obwohl diese Absicht gut war, hat sein fester Glaube ihn sofort bewegen, Maria zu sich zu nehmen, als Gott ihm dies befahl. Weil er auch dem schwierigen Ratschluss Gottes geglaubt hat, konnte er den guten Ruf der heiligen Jungfrau, diese selbst und den Gottessohn noch besser schützen. Sein starker Glaube entgegen allen Schwierigkeiten hat ihn zum Haupt der Heiligen Familie gemacht und lässt ihn auch der große Schutzpatron der Kirche sein.

Im Leben des heiligen Joseph hat es immer wieder Situationen gegeben, in denen er unbedingtes Gottvertrauen haben musste, um das Richtige zu tun. Nicht nur die Annahme Mariens zeigt dieses in einem festen Glauben verankerte Gottvertrauen, sondern auch die Herbergssuche, die Flucht nach Ägypten und die Rückkehr nach Nazareth. Jedes Mal ist das Leben der Heiligen Familie entscheidend und in unvorhergesehener Weise verändert worden. Niemals hat Joseph dabei an Gottes Güte gezweifelt. Er hat immer sofort getan, was er als Gottes Wille erkannt hat und sich seiner Vorsehung anvertraut. Dabei waren diese Entscheidungen weder leicht noch ihre Konsequenzen einfach. Trotzdem hat gerade der Umstand, dass Joseph an Gott nicht gezweifelt und nicht mit Ihm gehadert hat, ihn genau das Richtige tun lassen. Wer sich Gottes Gnade ergibt, der geht nicht falsch.

Schließlich war der hl. Joseph trotz seiner herausragenden Persönlichkeit und seinen Führungsqualitäten ein durch und durch bescheidener und selbstloser Mann. Größe zeigt sich oft genug im Kleinen. Auf heroische Weise hat er, obwohl – entgegen manch frommer Abbildung – in der Vollkraft seiner Jahre, auf die Ausübung seiner Rechte als Ehemann verzichtet. Demütig hat er anerkannt, dass die heilige Jungfrau eine größere Bestimmung hatte und ihr seine Liebe geschenkt, ohne auch nur das zu fordern, was ihm dem Gesetz nach zustand. Selbstlos hat er alles getan, um die Seinen auch in Dunkelheit zu behüten und sie am Leben zu halten, wenn Gefahr drohte. Großzügig hat er sich weggeschenkt, ohne an sich selbst zu denken. Er hat alles gegeben in dem Bewusstsein, selbst alles von Gott erhalten zu haben.

Wie ein Fels in der Brandung den Stürmen des Lebens trotzend, aber nicht aus eigener Kraft, sondern aus Gnade, das ist der heilige Joseph.

Der Sturm, der uns umgibt, kann trotz aller sehr notwendigen Vorsichtsmaßnahmen nur besiegt werden, wie es der hl. Joseph getan hat. Deshalb müssen wir jetzt unseren Glauben an die Gnade erneuern und um einen festen Glauben bitten. Gott hat uns alles gegeben, was wir brauchen, um selig zu werden. Der Glaube an den einen wahren Gott in drei Personen wird uns Halt sein, wenn die Zeit noch dunkler werden sollte. Er wird unsere Schritte lenken und uns die Glaubenshoffnung nicht vergessen lassen.

Daraus wir uns dann auch das notwendige Gottvertrauen und die Zuversicht der Hoffnung wachsen. Natürlich müssen wir vorausschauend handeln und uns schützen. Gottes Blick aber reicht noch weiter. Er allein kennt den Tag und die Stunde unseres Todes. Ohne Angst können wir ihr entgegengehen, wann immer sie auch sein mag, denn wir vertrauen Gottes gütiger Führung. Das macht uns auch in der jetzigen Krise ruhig und gelassen, denn wie der heilige Joseph wissen wir uns immer geborgen von Gottes Plänen und Fügungen.

So werden wir auch nicht in eine egoistische „Rette sich, wer kann“ – Panik verfallen. In Not und Leid kann uns der hl. Joseph lehren, nicht zunächst an uns selbst zu denken, sondern anderen zu helfen und für sie weiter da zu sein. Alte und Hilflose, Kranke und Arme, Kinder und Jugendliche, jeder hat sie in seiner Nachbarschaft und darf sich ihnen nicht aus Angst und Feigheit entziehen. Vorsicht ist geboten, das ist wahr. Aber die größte Vor-sicht zeigt ein großzügiges und selbstloses Herz, das in der Not den Nächsten nicht vergisst. Wenn wir selbstlos wie Joseph anderen helfen, teilen und mitgeben, dann wir uns Gott helfen, wenn wir selbst in Not sind.

So ist der große heilige Joseph im wahrsten Sinne des Wortes der „Mann der Situation“! Sein Glaube, sein Vertrauen, seine Selbstlosigkeit können uns gerade heute Richtschnur und Hilfe sein. Beten wir mit großem Vertrauen zu ihm, damit uns die Situation nicht überwältigt, sondern Gott uns hilft, sie zu besiegen. Unter der Führung des heiligen Joseph bleiben wir mit der Kirche eine Heilige Familie! Amen.

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